| 20.05.2009 |
Neue Kennzeichnungsverordnung für
PUR-Hotmelts Fachsymposien von PLANATOL klären Anwender
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»Was hat die neue Kennzeichnung zu bedeuten? Bekommt man jetzt
Krebs, wenn man mit PUR arbeitet?« - solche und ähnliche Fragen
sind von verunsicherten Buchbindern zu hören, seit die neue Kennzeichnungsverordnung
am 1. Juni 2009 (mit Übergangsfrist bis zum 01.12.2010) in Kraft
getreten ist. Konkrete Antworten sollten deshalb einige Fachsymposien
geben, zu denen die Firma PLANATOL Adhesive GmbH eingeladen hatte.
Eines davon fand in Germering bei München bei der Firma CeWe Color
statt.
Wie ungesund ist PUR wirklich?
Das Symposium begann mit einem Vortrag über »PUR Schmelzklebstoffe
in der Klebebindung« von Bettina Hirdina-Falk. Die Entwicklungsingenieurin
bei PLANATOL beschrieb die Besonderheiten bei der Verarbeitung von
PUR für die Klebebindung und gab zahlreiche Praxishinweise. Großen
Anklang fand ihre humorvolle Beschreibung der Herstellung von PUR
Schmelzklebstoffen (siehe Bilder unten), die zugleich die Funktion
der monomeren und gebundenen Isocyanate in PUR verständlich machte.
Der Vortrag »Sichere Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen
« von Dr. Thomas Hensel von der BG Druck & Papier ging auf die neue
Kennzeichnung von PUR ein. Dr. Hensel erläuterte, dass PUR-Klebstoffe
traditionell bis zu 4% an monomeren Isocyanaten (MDI) enthalten.
Diese würden bei der Verarbeitung ab etwa 80°C merklich zu verdampfen
beginnen, reizend wirken und könnten zu Allergien der Atemwege führen.
Dr. Hensel verwies darauf, dass die Einstufung dieser Klebstoffe
in »cancerogen Kat. 3« in Deutschland schon immer bestehe, was jedoch
nicht »krebserregend« bedeute, sondern »steht bei lang andauerndem
und wiederholtem Einatmen in Verdacht, Krebs zu erregen«. Neu sei
nur, dass diese Information zum Schutz der Verbraucher demnächst
auf dem Etikett vermerkt werden müsse.
Schützen könne man sich vor den Dämpfen durch konsequente Benutzung
der Schutzeinrichtungen, die Verwendung eines kennzeichnungsfreien
Micro-Emissions-PUR-Klebstoffs oder die Beschichtung mittels Düsenauftragsaggregat.
Da heute vielen Anwendern die PUR-Problematik bekannt sei und die
Klebebinder in der Regel gut ausgerüstet seien, würden der BG in
den letzten fünf Jahren keine allergische Erkrankungen in der grafischen
Industrie mehr gemeldet, wusste der Referent zu berichten und betonte:
»Der bewusste, sichere Umgang mit PUR-Klebstoffen ist weiterhin
wichtig.« Hierzu gehöre auch, den direkten Hautkontakt mit frischen,
unvernetzten PUR-Klebstoffen unbedingt zu vermeiden.
Beleimung mit Düsenaggregaten
Über die Vorteile der PUR-Applikation mit Düsenaggregaten berichtete
Marcell van Meegen, Gebietsleiter Buchbinden von der Firma Nordson.
Neben der viel geringeren thermischen Belastung des PUR - dank intelligenter
Temperaturzonenregelung bei Nordson Systemen - und der exakteren
Beleimung des Buchrückens, seien es auch die fehlenden Emissionen
bei der Applikation, die für Beleimung mit Düse sprechen. Nur beim
Reinigen der
Düsen oder beim Einsetzen einer frischen Klebstoff-Kerze könne
es hier zu Belastung durch MDIDämpfe kommen, wenn ohne die bauseitig
vorhandene Absaugung gearbeitet werde.
Im Anschluss an die Vorträge diskutierte das Publikum angeregt
mit den Referenten. Insgesamt wurde die Veranstaltung, zu der zahlreiche
Buchbinder aus der näheren und weiteren Umgebung angereist waren,
sehr gut angenommen.
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von der PLANATOL
Kunden-Hotline +49 (0) 8031 720-196
oder unter
info@planatol.de.
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